Über MIDI – Teil 2: MIDI Kabel & Stecker

Viele verschiedene “Transporte” können für MIDI Messages verwendet werden. Die Geschwindigkeit des Transports bestimmt, wie viele MIDI-Daten übertragen werden können und wie schnell sie empfangen werden.

5-Pin MIDI DIN

Der 5-polige “DIN”-Stecker wurde bereits 1983 entwickelt und ist daher langsam im Vergleich zu den heute üblichen digitalen Hochgeschwindigkeits-Transporten wie USB, FireWire und Ethernet. Aber MIDI-DIN wird fast immer noch auf vielen mit MIDI ausgestatteten Geräten verwendet, weil es die Kommunikationsgeschwindigkeit für ein Gerät ausreichend handhabt. Auch wenn du ein MIDI-Gerät mit einem anderen verbinden willst (ohne einen Computer), werden normalerweise MIDI-Kabel benötigt.

USB und FireWire

Computer sind meist mit USB- und eventuell FireWire-Anschlüssen ausgestattet, und diese sind heute die gängigsten Mittel, um MIDI-Geräte mit Computern zu verbinden (mit entsprechenden Adaptern). Adapter können so einfach sein wie ein kurzes Kabel mit USB- oder FireWire-Anschlüssen an einem Ende und MIDI-DIN-Anschlüssen am anderen, oder so komplex wie ein 19-Zoll-Rack-Prozessor mit Dutzenden von MIDI- und Audio-In- und Out-Ports. Das Beste daran ist, dass USB und FireWire “Plug-and-Play” Schnittstellen sind, was bedeutet, dass sie sich in der Regel selbst konfigurieren. In den meisten Fällen musst du nur dein USB- oder FireWire-MIDI-Interface einstecken, eine MIDI-Software starten und los geht’s.

Bei der USB-Technologie müssen sich die Geräte mit einem Host (PC) verbinden, es ist also nicht möglich, zwei USB-MIDI-Geräte miteinander zu verbinden, wie es bei zwei MIDI-DIN-Geräten der Fall ist. (Das könnte sich irgendwann in der Zukunft mit neuen Versionen von USB ändern). USB-MIDI-Geräte benötigen einen “Treiber” auf dem PC, der weiß, wie das Gerät MIDI Messages über USB sendet/empfängt. Die meisten Geräte folgen einer Spezifikation (“class”), die von der USB-IF definiert wurde; Windows und Mac PCs werden bereits mit “class compliant” Treibern für Geräte ausgeliefert, die der USB-IF MIDI Spezifikation folgen. Für weitere Details siehe den Artikel über USB im Bereich Verbindung der Ressourcen.

Die meisten FireWire-MIDI-Geräte werden auch direkt mit einem Host-Gerätetreiber an einen PC angeschlossen, und der Host wickelt die Kommunikation zwischen FireWire-MIDI-Geräten ab, auch wenn sie unterschiedliche Treiber verwenden. Aber FireWire unterstützt auch “Peer-to-Peer”-Verbindungen, daher hat MMA (zusammen mit der 1394TA) eine Spezifikation für den Transport von MIDI über IEEE-1394 (FireWire) erstellt.

Ethernet & WiFi (LAN)

Viele Leute haben mehrere MIDI-Instrumente und einen oder mehrere Computer (oder einen Desktop-Computer und ein mobiles Gerät wie ein iPad) und würden diese gerne alle über ein lokales Netzwerk (LAN) verbinden. Ethernet- und WiFi-LANs garantieren jedoch nicht immer eine pünktliche Zustellung von MIDI Messages, weshalb die MMA LANs nur zögerlich als empfohlene Alternative zu MIDI DIN, USB und FireWire unterstützt. Dennoch gibt es viele LAN-basierte Lösungen für MIDI, die populärste ist die RTP-MIDI-Spezifikation, die bei der IETF in Zusammenarbeit mit MMA-Mitgliedern und dem MMA Technical Standards Board entwickelt wurde. In Erwartung der vermehrten Nutzung von LANs für Audio/Video in der Zukunft, arbeitet MMA auch an Empfehlungen für den Transport von MIDI unter Verwendung neuer Lösungen wie dem IEEE-1722 Transport Protocol for Time-Sensitive Streams.

Bluetooth

Alles wird “mobil”, und die Musikproduktion ist da keine Ausnahme. Es gibt hunderte von Musiksoftware-Anwendungen für Tablets und Smartphones, von denen viele mit Bluetooth “LE” (aka “Smart”) ausgestattet sind. Obwohl die Bluetooth-Technologie ähnlich wie WiFi nicht immer eine rechtzeitige Lieferung von MIDI-Daten garantieren kann, benötigt Bluetooth in einigen Geräten weniger Batterieleistung als WiFi und wird in den meisten Fällen weniger wahrscheinlich auf Störungen durch andere Geräte stoßen (da Bluetooth für die Kommunikation über kurze Distanzen ausgelegt ist). Im Jahr 2015 hat die MMA die Bluetooth MIDI LE Leistung angenommen und eine empfohlene Praxis (Spezifikation) für MIDI über Bluetooth entwickelt.

Veraltete Lösungen

Sound-Karten

Um ein MIDI-Gerät mit einem Computer zu verbinden, musste man früher eine “Soundkarte” oder ein “MIDI-Interface” installieren, um einen MIDI-DIN-Anschluss am Computer zu haben. Aus Platzgründen hatten die meisten solcher Karten keine echten 5-Pin DIN-Anschlüsse auf der Karte, sondern lieferten ein spezielles Kabel mit 5-Pin DINs (In und Out) an einem Ende (oft verbunden mit dem “Joystick-Port”). Alle diese Karten brauchen eine “Treiber”-Software, damit die MIDI-Verbindung funktioniert, aber es gibt ein paar Standards, an die sich die Firmen halten, darunter “MPU-401” und “SoundBlaster”. Aber selbst mit diesen Standards kann es eine große Aufgabe sein, MIDI zum Laufen zu bringen. Im Laufe der Jahre wurden die Komponenten der typischen Soundkarte und des MIDI-Interfaces (einschließlich des Joystick-Ports) zum Standard auf dem Motherboard der meisten PCs, aber das machte die Konfiguration nicht einfacher.

Serielle, parallele und Joystick-Anschlüsse

Vor USB und FireWire waren Personal Computer in der Regel mit seriellen, parallelen und (möglicherweise) Joystick-Ports ausgestattet, die alle für den Anschluss von MIDI-ausgestatteten Instrumenten (über spezielle Adapter) genutzt wurden. Obwohl nicht immer schneller als MIDI-DIN, waren diese Anschlüsse bereits an den Computern vorhanden und das machte sie zu einer kostengünstigen Alternative zu Zusatzkarten, mit dem zusätzlichen Vorteil, dass sie im Allgemeinen bereits funktionierten und keine spezielle Konfiguration benötigten. Die High Speed Serial Ports wie z.B. die “mini-DIN” Ports, die auf den frühen Macintosh Computern verfügbar waren, unterstützen Kommunikationsgeschwindigkeiten, die etwa 20 Mal schneller sind als MIDI-DIN, was es den Firmen auch ermöglichte, “Multiport” MIDI Interfaces zu entwickeln und zu vermarkten, die es erlaubten, mehrere MIDI-DINs an einen Computer anzuschließen. Auf diese Weise wurde es möglich, dass der Computer viele verschiedene MIDI-fähige Geräte gleichzeitig ansprechen konnte. Neuere Multiport-MIDI-Interfaces nutzen noch schnellere USB- oder FireWire-Ports zum Anschluss an den Computer.

 

 

Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt, das Original findet ihr hier.

  1. Die 5-Pol DIN-Stecker & -Buchsen gab es schon vorher.
    In den 1960er Jahren wurden sie für Stereo-Aufnahme und -Wiedergabe entwickelt, die für Mono benutzten 3-Pol-Buchsen wurden gewissermaßen aufgebohrt. Die Kompatibilität für 3-Pol DIN-Stecker war gewährleistet – es wurde der linke Kanal angeschlossen. Die Nummern der Stifte sind entsprechend: 1 – 4 – 2 – 5 – 3, dabei entsprechen 4 und 5 zusammen mit 2 dem rechten Kanal.
    In den 1970ern wurden Cinch Stecker und Buchsen benutzt, die nach und nach die DIN-Stecker ersetzten. In den 1980ern waren sie in der ursprünglichen Verwendung kaum noch vorhanden, so dass es sich anbot, die Bauteile wieder sinnvoll zu verwenden.

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